Channa_bankanensis_K_de_Leuw_813_800px

Channa bankanensis

Foto © K. de Leuw


Inhaltsverzeichnis



Artbeschreibung

Channa bankanensis (Bleeker, 1852)


Weitere Namen

Banka-Schlangenkopf


Vorkommen & Verbreitung

Osten von Sumatra, den Westen Kalimantans (Borneo) und Teile der Halbinsel Malaysia, stehende Gewässer mit saurem Wasser.


Beschreibung und Geschlechtsunterschiede

Es gibt vermutlich zwei Formen, die sich u.a. in der Endgröße unterscheiden. Diese Ausführungen beziehen sich auf die kleinere Form. Endgröße 18 (W) bis 20 (M) cm, Geschlechtsreife mit 12 bis 13 cm. Rücken braun, Bauch weiß mit silbernem Glanz, dazwischen dunkelbrauner, z.T. zu Flecken aufgelöster Längsstreifen. Tüpfel derselben Farbe sowie silberne Tüpfel über den Körper verteilt, z.T. in Reihen, besonders beim Männchen auch auf den Brustflossen. Die Färbung der unpaaren Flossen entspricht der des Rückens. Iris mit rotbraunem Längsstreifen, oben und unten oft grünlich (Stimmungsabhängig), manchmal auch fast vollständig rot. Große, spitz-kegelförmige Zähne.

Geschlechtsdichromatismus: Der Rücken geschlechtsreifer Weibchen ist rötlicher als der der Männchen, in Laichstimmung fuchsrot. Beim Männchen kann der Rücken ein tiefes Dunkelbraun zeigen. Silberne Tüpfel sind bei den Männchen zahlreicher.

Jugendfärbung: Freischwimmende Larven creme- bis hellockerfarben mit zwei dunkelbraunen Längsbändern auf dem rücken Rücken, einem am Bauch und je einem an den Flanken / Unterkante des Hinterkörpers (inclusive Iris). Nach der Umwandlung zum Jungfisch (Flossensaum wurde zu Rücken-, After- und Schwanzflosse) geht das Cremefarbene am Hinterkörper ins rötliche über und reicht flammenförmig bis in die Schwanzflosse. Flossenstrahlen teilweise dunkel, außerdem dunkel Tüpfel auf der Rückenflosse. Kiemen rot durchscheinend. Mit zunehmendem Alter langsame Umfärbung ins Erwachsenenkleid.


Haltungsbedingungen, Ansprüche und Ernährung

Haltung in mittelhartem Wasser (10 bis 12 °dH) um den Neutralpunkt problemlos, sofern Huminstoffe zugesetzt werden. Jungfische können ab der Länge von etwa einem Zentimeter an solches Wasser gewöhnt werden. Temperatur nicht unter 22°C. Aquarium versteckreich, insbesondere mit sicheren Verstecken für unterlegene Tiere, aus denen sie ohne Verlassen Luft holen können (z.B. schwimmende Korkröhren, Dickicht aus Hornfarn), Schwimmpflanzen bei einem Anteil freier Wasseroberfläche, kein helles Licht. Ernährung nicht zu reichlich mit Insekten (aquatische und terrestrische), Krebstieren (aquarisch und terrestrisch), Würmern, Fischen.


Verhalten

Ruhig, manchmal zurückgezogen, manchmal an der Scheibe bettelnd. Vor der Geschlechtsreife - abgesehen von Futterneid - innerartlich friedlich, auch wenn sich beim gemeinsamen Aufwachsen deutliche Größenunterschied ergeben haben. Gegen Fische anderer Arten sehr aggressiv, selbst deutlich größeren Fischen werden schon von Jungfischen Teile aus dem Körper gerissen. Daher keine Vergesellschaftung möglich!


Vermehrung

Nur in weicherem und saurerem Wasser (höchstens 8°dH, pH unter 6) gelungen. Freilaicher mit bisher beobachteten 300 bis 1500 Eiern, die in einem Stoß in einem Bereich mit freier Wasseroberfläche abgegeben werden. Umschlingungen channatypisch. Schlupf bei 25 bis 28°C an dritten Tag, Freischwimmen fünf Tage später bei 6 mm Länge, Labyrinth etwa zwei Wochen danach. Ernährung mit Artemia und Mikro ab dem 2. Tag nach dem Freischwimmen, später auch gefrostete Moina und anderes maulgerechtes Frost- und Lebendfutter. Brutpflege wohl üblicherweise durch das Männchen, der Partner wird sehr aggressiv vertrieben. Wenn diese Vertreibung nicht gelingt, weil das Weibchen im Maulzerren die Oberhand gewinnt, pflegt letzteres die Brut.


Besonderes

Bei der beschriebenen Form bildeten sich bisher keine Paare aus Gruppen heraus, dagegen gab es bei allen drei willkürlich zusammengestellten Paaren innerhalb eines Quartals Nachwuchs.

Channa bankanensis ist aquaristisch selten und daher wurden die geschilderten Beobachtungen bei wenigen Exemplaren gemacht. Berichte in Foren der Heimatländer sowie zwei unterschiedlich große und gefärbte Weibchen (nicht rötlich) in den Aquarien im deutschsprachigen Raum lassen vermuten, dass es zwei Formen gibt. Möglicherweise sind es auch zu trennende Arten. Alle Tiere der kleineren Form im deutschsprachigen Raum gehen nach Kenntnis des Autors auf ein einziges Importpaar zurück, das von Aquarium Dietzenbach 2005 importiert wurde. Zur Zeit leben Exemplare der F1 bei vier Personen, F2-Tiere gibt es bisher nur beim Autor. Auch die große Variante (Import durch Aqua Global) ist in der Aquaristik äußerst selten. Bis zur Länge von rund 13 cm sind beide Formen nicht zu unterscheiden, bei größeren Tieren gelingt sie halbwegs zuverlässig nur bei Weibchen.


Bilder

Channa_bankanensis_139_600px

Channa_bankanensis_K_de_Leuw_813_800px

Foto: IGL-Archiv

Paar, Männchen links
Foto © K. de Leuw

Channa_bankanensis_K_de_Leuw_64

Channa_bankanensis_K_de_Leuw_79_800px

Fisch- oder Insektenfressergebiss
Foto © K. de Leuw

Gerade freischwimmende Larven
Foto © K. de Leuw

Channa_bankanensis_K_de_Leuw_88_800px


 Jungfisch
Foto © K. de Leuw



Literatur

Weiterführende Links der IGL

Externe Links

(...)