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Channa orientalis

Foto © Dr. G. Ettrich

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

Artbeschreibung

Channa orientalis (Bloch & Schneider, 1801)

Weitere Namen

Bunter Schlangenkopf

Vorkommen & Verbreitung

Channa orientalis kommen nach bisherigen Erkenntnissen nur auf Sri Lanka vor (bekannte Fundgebiete sind dort die Kottawa - und die Bentota Ganga - Region).

Bei allen anderen Fundortangaben handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Lebensräume von Channa gachua, welche C. orientalis sehr ähneln und in Südostasien (vom Westen Indiens bis China / Bali im Osten) sehr weit verbreitet sind. Auf Sri Lanka kommen C. orientalis sympatrisch mit C. gachua vor. Außerdem sind in den klaren , meistens relativ flachen Weichwasserbächen dieser Insel reichlich andere Labyrintfische -z.B. Pseudophromenus cupanus , Belontia signata und Malpulutta kretseri - sowie auch Channa striata

Beschreibung und Geschlechtsunterschiede

Channa orientalis sind schöne und äußerst interessante Schlangenkopffische. Es handelt sich um Raubfische, geschickte Schwimmer mit tief gespaltenem, dehnbarem und voll bezahntem Maul. Wie schon der Name andeutet, ist der Kopf schlangenähnlich mit röhrenförmig verlängerten vorderen Nasenöffnungen, äußeres Merkmal ihres intensiv ausgeprägten Geruchssinns. Wie die Labyrinthfische sind sie mit einem zusätzlichen Atemorgan (Labyrinth) ausgerüstet, C. orientalis besitzen keine Bauchflossen. Die maximale Körperlänge dürfte etwa 14 bis 18 cm betragen, weshalb die Fische für die Aquarienhaltung sehr gut geeignet sind.

Die Grundfärbung von C. orientalis ist braun. Bei den männlichen Tieren erscheinen die Seiten stimmungsabhängig zeitweise taubenblau mit violettem Schimmer, zum Bauch hin heller werdend. Rücken - und Schwanzflossen der männlichen Fische sind hellblau, schwarz und orange, während die Afterflossen blau, schwarz und weiß gesäumt sind. Die Brustflossen erscheinen orange mit schwarzen Flossenstrahlen. Die Iris der Augen ist rötlich gefärbt. C. orientalis sind also attraktive Fische, vor allem in Fortpflanzungsstimmung. Weibliche Tiere sind weniger intensiv gefärbt .

Haltungsbedingungen, Ansprüche und Ernährung

Channa orientalis sollten in Aquarien mit wenigstens 100 bis 120 cm Seitenlänge gehalten werden. Den heimischen Gewässerverhältnissen entsprechend, dürfte im Aquarium eine Flachwasserzone, insbesondere in der Fortpflanzungsphase der Fische vorteilhaft sein. Das Wasser sollte weich sein – Temperatur 24 bis 27 Grad. Obwohl es sich um Raubfische handelt, stellen die Tiere anderen Fischen kaum nach. In den heimatlichen Biotopen dürften sie hauptsächlich von anderem Getier (Anflugnahrung , Süßwassergarnelen etc.) leben. Entsprechend sollte auch die Ernährung im Aquarium ausgerichtet sein. Die Ernährung von Channa ist nicht problematisch.

Verhalten

Channa orientalis sind offensichtlich relativ intelligente, deshalb auch oft handzahm werdende Tiere. Ihr Geruchssinn ist auffallend stark ausgeprägt. Untereinander sind sie größtenteils friedlich - in der Fortpflanzungsphase kommt es allerdings üblicherweise zu massiven Prügeleien. C. orientalis gehen meistens relativ feste – möglicherweise lebenslange – Paarbindungen ein.

Vermehrung

Zur Paarung umschlingen sie sich ähnlich, wie die Labyrinthfische. Nach meist wochenlanger Balz mit vielen Scheinpaarungen, welche offensichtlich der exakten Synchronisation der Geschlechtspartner dienen, kommt es schließlich, meistens plötzlich, zur echten Kopulation mit intensiver und lang anhaltender Umschlingung. Bei der Paarung werden flachere Gewässerbereiche bevorzugt. Hierbei werden alle Eier auf einmal ausgestoßen. Die ölhaltigen Eier steigen langsam zur Wasseroberfläche auf, wo sie von dem Männchen mit dem Maul aufgesammelt werden. Die Maulbrutzeit beträgt mindestens 8 Tage. Danach erfolgt eine weitere hochspezialisierte Brutpflege. Die aus den Kiemenspalten entlassenen Jungfische werden in der Anfangsphase bei Gefahr oder zur Nacht wieder mit dem Maul aufgenommen. Die maximale Jungfischanzahl wurde bisher mit etwa fünfzig angegeben. Die Elternfische betreiben gemeinsam Brutpflege. Etwa 10 Tage nach der ersten Entlassung aus dem väterlichen Maul steigen die Jungfische erstmals zum zusätzlichen Luftschöpfen an die Wasseroberfläche auf. Auffälligerweise gedeihen die Jungfische von Anfang an bestens - ohne jegliche Fütterung durch den Aquarianer. Künstliche Aufzuchtversuche ohne Elterntiere misslingen dagegen in den meisten Fällen. Nach der Entlassung aus dem väterlichem Maul suchen die Jungfische engen körperlichen Kontakt zu den Eltern (zu Anfang mehr mit dem Vater – später dann mit dem Weibchen). Wie bereits seit 1986 (Verlinkter Bericht Dr. Ettrich: Titel DATZ ...) bekannt, entlässt der Mutterfisch dann regelmäßig, offensichtlich auf einen Schlüsselreiz hin, unter kreisenden Schwimmbewegungen eine große Anzahl unbefruchteter Eier, die von den Jungen gierig gefressen werden. Diese Nähreier sind interessanterweise schwerer als Wasser und sinken schnell zu Boden. Unklar ist bisher, wie die jungen C. orientalis in der Zeit unmittelbar nach ihrer Entlassung aus dem väterlichen Maul ernährt werden. Sie gedeihen in dieser Zeit prächtig, obwohl sie bei ihrer noch geringen Körpergröße eigentlich kaum in der Lage sein dürften, schon die relativ großen Nähreier des weibliche Elternfisches zu schlucken.

Besonderes

In der frühen Entwicklungsphase (bevor die Jungfische fähig sind Nähreier zu fressen) lässt sich eine enge körperliche Bindung an den Vaterfisch bemerken. Sie halten sich dabei oft in der Nähe und in der Umgebung von dessen After bzw. Geschlechtsöffnung auf, sodass sich der Verdacht aufdrängt, dass die Jungfische in dieser frühen Lebensphase möglicherweise mit Spermien ernährt werden könnten. Sollte diese Vermutung zutreffen, dann würden junge C. orientalis nach ihrer Entlassung aus der väterlichen Maul mit Geschlechtsprodukten beider Elternfische ernährt (zunächst mit Spermien – später mit unbefruchteten Nähreiern). Das wäre ein ichthyologisches Novum. In jedem Fall dürften Mageninhaltsuntersuchungen bei jungen C. orientalis dieser Entwicklungstufe interessant sein.

Bilder

 

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C. orientalis
Foto © Dr. G. Ettrich

C. orientalis
Foto © Dr. G. Ettrich

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C. orientalis
Foto © Dr. G. Ettrich

C. orientalis
Foto © Dr. J. Vierke

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C. orientalis
Foto © Dr. G. Ettrich

C. orientalis Biotop
Foto © Dr. G. Ettrich

 

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