Dario dayingensis

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Dario dayingensis, Kullander & Britz 2002.

Weitere Namen

Da Ying-Zwergblaubarsch; Der Artname ist eine Ableitung des Namens des Flußsystemes (Da Ying) in dem die Art nachgewiesen wurde.

Vorkommen & Verbreitung

Es wird angenommen, dass die Art nur im Irrawaddy-Entwässerungssystem in Yunnan, China vorkommt. Zhou berichtete 1990 von Aufsammlung aus dem Jiucheng und dem Gudong. Die Terra Typica der Art liegt in einem Zufluss zum Da Ying Fluß in der Nähe der Ortschaft Bing Han Cum. Dieser ist etwa 2m breit und 30cm tief. Es herrschte eine recht schnelle Strömung vor. Der Bodengrund bestand aus Steinen, Laub, Sand und Matsch. Beifische waren u.a. Danio apogon, Channa gachua, Gambusia holbroocki.

Die Art wurde bis jetzt nur einmal aufgesammelt. Zhou Hang sammelte 2006 an der Terra Typica mehr als 50 Individuen und konnte folgende Wasserwerte bestimmen: pH 6,2 , KH 3,0; die Temperatur lag bei 24 Grad Celsius.

Da nach Deutschland leider nur 5 Männchen importiert werden konnten, dürften sich derzeit daher keine Tiere mehr im Hobby befinden.

Beschreibung und Geschlechtsunterschiede

Typischer Dario, der makroskopisch nicht von D. hysginon unterscheidbar ist. Die Körpergrundfarbe ist jedoch etwas heller rot. In einem Becken gehalten, könnten die beiden Arten vermutlich nicht allzu leicht wieder voneinander unterschieden werden. Auch diese Art weist einen schwarzen Fleck auf den ersten Strahlen der Rückenflosse auf.

Die Geschlechtsunterschiede sind gattungstypisch: Männchen haben verlängerte Bauchflossenstrahlen und eine größere Rückenflosse. Über die Färbung der Weibchen kann an dieser Stelle nichts gesagt werden, da nur Männchen importiert wurden. Die Tiere dürften eine ähnliche Größe wie D. hysginon erreichen – die importieren Tiere waren juvenil und daher kann über ihre Endgröße keine Aussage getroffen werden.

Haltungsbedingungen, Ansprüche und Ernährung

Trotz ihrer geringen Endgröße von unter 4cm sollten Dario-Arten nicht in zu kleinen Aquarien untergebracht werden. Die sogenannten Nano-Becken, für die Dario-Arten oft empfohlen werden sind für die dauerhafte Unterbringung nicht geeignet. Ein Mindestmaß von 60cm sollte immer eingehalten werden. Wichtig sind ausreichend Versteckplätze in Form von Wurzeln und Laub. Ablaichgelegenheiten wie z. B. Javamoos vervollständigen die Einrichtung. Als Filter eignen sich besonders mit Luft betriebene Schaumstoffinnenfilter aber auch Mattenfilter sehr gut. Eine Heizung wird in der Regel nicht benötigt, denn Dario-Arten mögen schwankende Wassertemperaturen, die nicht zu hoch steigen sollten. Diese können zwischen 16o und 24o Grad C liegen.

An die übrigen Wasserparameter werden kaum Ansprüche gestellt – sie sollten nur nicht in den Extrembereichen liegen. Ein neutraler pH-Wert, sowie mittelhartes Wasser reichen zur Haltung und Zucht völlig aus. Wichtig sind ein regelmäßiger Teilwasserwechsel und damit einhergehend eine möglichst geringe Belastung des Wassers mit organischen Produkten sowie Keimen. Als Futter wird in der Regel nur Lebendfutter passender Größe akzeptiert. Besonders geeignet sind Hüpferlinge und Wasserflöhe, kleine rote und weiße Mückenlarven runden den Speiseplan ab. Sollten diese Futtertiere nicht zur Verfügung stehen kann eine kurze Zeit auch mit Artemia überbrückt werden. An gefrostete Futterorganismen gehen Dario nur nach Gewöhnung oder auch gar nicht – dies ist häufig auch abhängig vom einzelnen Individuum. Kunstfutter wird in der Regel komplett verschmäht.

Verhalten

Da diese Art bis jetzt nur einmal in 5 männlichen Individuen importiert wurde, können zum Verhalten kaum aussagekräftige Informationen gegeben werden. Es hat sich gezeigt, dass eine hohe innerartliche Aggressivität herrscht. Dies wurde auch von Zhou Hang bestätigt. Er merkte jedoch auch an, dass in einem gleich großen Aquarium, das jedoch dichter besetzt war (5 vs. 40 Tiere auf 40l Inhalt) keine Aggressivität mehr zu beobachten war. Gegenüber anderen Fischarten dürften auch D. dayingensis friedlich sein. Es wird aber angeraten, sollte nochmals ein Import erfolgen, diese Art vorerst nur im Art-/Zuchtaqurium zu pflegen.

Vermehrung

Leider können darüber verständlicherweise keine verbindlichen Angaben gemacht werden. Allerdings ist anzunehmen, dass sich die Art der Vermehrung nicht von der anderer Arten der Gattung unterscheidet. Feine Pflanzen und Blätter als Versteck sollten für eine extensive Zucht der Art ausreichen. Die Fische laichen in Javamoos oder unter den Blättern von Anubias und Cryptocoryenen ab. Die geschlüpften Jungfische benötigen zunächst feinstes Lebendfutter wie Rotatorien oder Paramecien, bevor sie nach etwa 10 Tagen das erste Mal Artemia-Nauplien bewältigen können. D. dayingensis ist derzeit die einzige beschriebene Dario-Art, die dem Hobby nicht zur Verfügung steht. Es wäre schön, wenn wieder ein engagierter Aquarianer eine Aufsammlung dieser Art machen würde. Leider sind die Fische transportempfindlich, bzw. empfindlich gegen verschmutztes Wasser, so dass dies ein weiterer Hinderungsgrund für einen erfolgreichen Import darstellen könnte.

Besonderes

Literatur

Kullander, Sven O. und Ralf Britz. 2002. Revision of the family Badidae (Teleostei: Perciformes), with a description of a new genus and ten new species. Ichtyological Exploration of Freshwaters, 13: 295-372

Bilder

   

 

 

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